Reiseblogger gibt es viele, und es werden immer mehr. Sind es also inzwischen zu viele Reiseblogger? Und warum machen die das eigentlich? Warum mache ich das eigentlich? Ich rede mal ein bisschen aus dem Nähkästchen. Was auch den Sinn und Zweck haben soll, mit so manchen Vorurteilen, manifestiert in Einzelmeinungen, aufzuräumen.


Reiseblogs gibt es viele – zu viele?

Was mir immer wieder gesagt wird ist, dass es doch so viele Reiseblogger gibt, da muss man doch keinen eigenen Blog anfangen. Meine Antwort ist immer: wenn du das Bloggen anfängst, dann weil es Dir Spaß macht. Sonst hat das Alles ohnehin wenig Sinn.

Und dieser Spaß ist es auch, worauf es meiner Meinung nach ankommt. Der Spaß muss im Vordergrund stehen, und nicht die Möglichkeit, mit einem Reiseblog Geld verdienen zu wollen. Das ist natürlich ein angenehmer Nebeneffekt. Und wenn das alles  so hinhaut, dann ist der Idealzustand geschaffen: Geld verdienen mit einer Arbeit, die einem Spaß macht.

Aber kann man mit einem Reiseblog überhaupt Geld verdienen?

Geld verdienen mit dem Reiseblog

Ja, man kann. Das weiß ich, denn ich tue es. Und ich kenne einige (aber nicht viele) andere Reiseblogger, die ihren Lebensunterhalt alleine durch ihren Blog bestreiten. Und das auf unterschiedlichen Wege. Anders gesagt: es gibt mehr Wege, als die meisten Blogleser es sich vorstellen können. Und auch wer irgendwann mal irgendwas in irgendeinen Reiseblog reingemalt hat, der hat vermutlich kaum eine Idee, womit man sein Geld mit dem Bloggen verdienen kann. Hier mal ein kurzer Auszug: Affiliate-Programme, Amazon-Partnerlinks, Adsense-Werbung, VGWort-Tandiemen, Produkt-Kooperationen in verschiedensten Varianten, Bezahl-eBooks, undvielesmehr.

Man kann mit einem Blog Geld verdienen, und das sogar ohne sich zu verkaufen. Wobei es oftmals eine Gratwanderung ist – insbesondere für Anfänger. Denn irgendeine bescheuerte Kooperation einzugehen, nur weil ein paar hundert Euros für einen Blogpost winken, die Versuchung ist groß. Was dabei rauskommen kann ist jedoch ein Beitrag auf dem Blog, der nicht ehrlich ist. Dabei kann eine Produktempfehlung rauskommen, die total Banane ist – also für ein Produkt, das nichts taugt, das zum Blogthema auch nicht wirklich passt. Aber man hat halt Geld dafür bekommen, es wohlwollend zu bewerben.

Die Grenze zwischen Ehrlichkeit und Business zieht jeder Blogschreiber und Blogleser anders. So muss jeder Blogger sich selbst überlegen, für was er Werbung macht. Und jeder Blogleser muss für sich selbst entscheiden, wie viel Werbeanteil in einem Blog er tolerieren möchte.

Authentizität, das Marketing-Schimpfwort.

Was im Marketing-Sprech super wichtig ist, ist die Authentizität. Authentisch sein heißt, möglichst ehrlich rüber zu kommen. Sich so geben, dass der Blogleser es einem abkauft, dass man auch in echt so sein könnte. So tun als ob man ehrlich wäre. Man merkt, ich mag dieses Wort nicht sonderlich.

Authentisch heißt nämlich, dass man ein Gesamtkonstrukt von sich selbst kreiert. Dem Blogleser so viel mitteilt, damit dieser sich mit einem identifizieren kann, damit dieser zu dem Schluss kommt, man könnte ehrlich sein. Ich halte das anders, erzähle in meinen Blogs so viel von mir, wie ich preisgeben möchte – und nicht mehr.

Ein großes Problem beim Stichwort „Authentizität“, also der Glaubwürdigkeit eines Bloggers, besteht beim Bewerben von Produkten. Da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten, vom Verlinken auf ein Amazon-Produkt bis hin zur weitreichenden Kooperation. Hier habe ich für mich entschieden, dass ich keine Lust habe, stets beurteilen zu müssen, wo denn die Grenze heute liegt. Und deshalb ignoriere ich alle Produktkooperationen. Vom Wellness-Campingplatz bis zum Komfort-Grill, Angebote gab es in der Vergangenheit schon einige. Aber ich bleibe dabei: beworben wird nur, was ich vorher ausgiebig getestet und für gut befunden habe. Und das ist im Rahmen einer Kooperation einfach nicht möglich – das geht nur, wenn ich mir etwas selbst kaufe, es ganz normal und vorurteilsfrei benutze. Und dann auch voller Überzeugung etwas (nicht) empfehlen kann.

Man kann also mit einem Reiseblog auch Geld verdienen, sogar ohne Kooperationen annehmen zu müssen. Meiner Meinung und Erfahrung nach funktioniert das sogar ganz ausgezeichnet 😊

Womit ich auf meinem Reiseblog Geld verdiene

Also, Butter bei die Fische.

  • Ich arbeite teilweise 2-3 Tage ganze Tage an einem Ratgeberartikel. Strukturiere, recherchiere, programmiere, schreibe und fotografiere. Schöne Beispiele für recht aufwändige Artikel sind in der Kategorie Stromversorgung im Wohnmobil zu finden. Und in diesen Artikel findest Du auch Links, zum Shop von AMUMOT und auch zu Amazon. Empfehlungen, die nicht von ungefähr kommen, sondern die Hand und Fuß haben. Wenn jemand auf so einen Amazon-Link geht, dann bekomme ich eine Provision, im Durchschnitt um die fünf Prozent. Vom AMUMOT bekomme ich erstmal nix, aber er gibt mir hin und wieder ein Eis aus 😉
  • Womit ich KEIN Geld verdiene, weil ich mich bewusst dagegen entschieden habe, sind Kooperationen / Product Placement / Sponsoring. Denn es gibt nicht viele Produkte, die ich von vornherein so geil finde, dass ich sie unbedingt bewerben muss, oder dass ich sie unbedingt haben muss. Wenn ich ein Produkt toll finde, dann kaufe ich es mir. Wenn ich es mir nicht kaufe, dann ist es sein Geld nicht wert. Oder es ist schlichtweg zu teuer, was in der Wohnmobil-Camping-Branche ja durchaus gängig ist. Vor allem aber möchte ich meinen Bloglesern kein Produkt empfehlen, von dem ich nicht überzeugt bin. Und ich möchte aus freien Stücken erzählen können, warum ich etwas toll finde oder warum nicht. Die Schlussfolgerung davon ist: keine Kooperationen.
  • Worauf ich inzwischen ebenfalls verzichte sind seitenweite Werbeeinblendungen. Das tut durchaus etwas weh, denn mit Googlewerbung konnte man immer leichtes Geld verdienen. Deshalb aber alle Blogleser mit Werbung penetrieren – das empfinde ich bei anderen Blogs als störend, und so wollte ich es auf meinem Blog auch nicht haben. Deshalb habe ich die Googlewerbung vor zwei Jahren oder so ausgebaut, und statt dessen eine Unterstützen-Seite eingerichtet. Wer wirklich möchte, der kann mir was für mein Geschreibsel geben. Und wenn nicht, dann ist auch gut.
  • Dann gibt es noch weitere, diverse Einnahmequellen – wie die Zusammenarbeit mit dem Vergleichsrechner für Wohnmobilversicherung, VGWort, eine Handvoll Affiliate-Programme.
  • Ach ja, und Roadtrip Portugal, mein Reiseführer für Portugal. Auch sowas kann man sich als Reiseblogger einfallen lassen um Geld zu verdienen. So ein Buch macht zwar viel Arbeit, aber es macht auch Spaß – nicht nur, es zu schreiben. Sondern auch das Feedback, das man erhält, sowie der Umstand, dass es sich alleine durch Mundzumund-Propaganda auch nach über einem Jahr noch gut verkauft 😊

Spaß soll es machen!

Wie bereits eingangs erwähnt: das Bloggen soll in erster Linie Spaß machen. Und das wünsche ich wirklich jedem Reiseblogger, dass es ihm/ihr Spaß macht. Natürlich darf mit einem Blog auch Geld verdient werden. Das ist sogar super wichtig, denn von Spaß alleine bekommt man den Kühlschrank nicht voll. Das Schreiben von Reiseblogbeiträgen und erst recht das Verfassen von Ratgeberartikeln ist eine super aufwändige Geschichte. So muss unterm Strich schon was rüberkommen, denn sonst kann ich es mir nicht leisten, Zeit in den Blog zu investieren.

Mir macht es Spaß, Hobby, Lebensstil und Leidenschaften miteinander zu kombinieren. Ich fotografiere gerne, ich schreibe gerne, ich gehe gerne mit den Hunden auf Entdeckungstour, manchmal mache ich auch gerne Sightseeing oder andere Dinge. Vor allem aber kann ich kreativ sein. Ich schreibe Kurzgeschichten, lasse mir Hashtags wie #kkmc (Krasser Kochen mit Crosli) einfallen, verfasse schonmal super schlechte Kurzgedichte auf Facebook oder bissige Bildunterschriften auf Instagram.

Ich lasse mir meinen Spaß auch nicht nehmen. So erscheinen Reiseblogbeiträge nur dann, wenn ich auch die Muse dazu habe.

Ich sehe und kenne aber auch die Reiseblogger, die keinen Spaß daran finden, in ihrem Blog über ihre Reisen zu schreiben. Für sie ist es Arbeit. Beginnend damit, sich in Fotos und Videos entsprechend in Szene zu setzen. Dabei heraus kommen dann gestellte, teils auch gefakte Bilder. Nicht alle Blogleser merken das, ich schon – vermutlich, weil ich die verschiedenen Blickwinkel kenne. Und diese eBooks, die sagen, man solle sich in Szene setzen, damit der Blogleser eine persönliche Bindung zu einem aufbauen kann. Nun ja, in meinem Blog sind keine zehn Bilder mit mir drauf zu sehen. Ich bin hinter der Kamera, und erzähle von meinen Reisen aus meiner Perspektive. Ich zeige und fotografiere, was ich sehe. Und wenn ich nicht gerade vor einer Spiegelwand stehe, dann sehe ich mich selbst eher selten.

Fazit: jeder Reiseblog ist individuell

Möchtest Du mit deinem Reiseblog Geld verdienen, dann stelle Dich darauf ein, dass Du viel Zeit investieren musst. Gute Fotos und Texte kommen nicht von irgendwoher. Spannende Geschichten gilt es zu erzählen, hilfreiche Ratgeber zu verfassen. Entertainment und Infotainment, Wohnmobilblog oder Weltreiseblog, ein Reiseblog mit Fokus auf Nachhaltigkeit oder dem Reisen mit Kindern – es gibt so viele Möglichkeiten und Nischen. Natürlich gibt es auch viele Blogs – wenn Du es jedoch schaffst, richtig gute Inhalte zu erstellen, dann wirst Du in Deiner Nische sicherlich erfolgreich sein. Und dann kannst Du mit Deinem Reiseblog Geld verdienen. Ob das dann auch zum Leben und für die Reisen ausreichend sein wird? Das ist von so vielen Aspekten abhängig.

Wie auch von den Kanälen, die Du bedienen möchtest. Erfolgreiche Reiseblogger schreiben nicht nur auf ihrer eigenen Seite. Sie betreiben einen Youtubekanal, eine Facebookseite, einen Instagram-Account, und ich weißnichtwasnoch. Sie publizieren Inhalte auf verschiedenen Kanälen, erstellen Kalender und Kaffeetassen, verkaufen T-Shirts und e-Books. Die Möglichkeiten sind so vielfältig. Aber nicht Jede wird sich Geldquelle erweisen.

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